Eigentlich ...

sollte am vergangene Wochenende der Körperarbeitsworkshop zu Grenzen und Verbindung stattfinden und eigentlich sollte hier ein Bericht von diesem Workshop stehen aber ich war saukrank und bin es, inzwischen ohne die Sau, immer noch.


Ich musste also kurzfristig absagen und verschieben und habe Grenzen und Verbindung vom Bett aus erlebt. Es ging ganz einfach los mit der Akzeptanz von meinen körperlichen Grenzen. Mit Bronchitis und ohne Stimme ist schlecht reden. Das war akzeptabel und zwickte nicht so arg. Trotzdem rebellierte da ein ABER in mir, ein abgeschwächtes ABER, welches früher sehr groß war. Ein inzwischen ganz kleiner Teil von mir stemmte sich immer noch gegen die Tatsache, dass ich nicht konnte, denn ja eigentlich konnte ich, nur mein eigener Körper machte jetzt gerade, wo es drauf ankommt, nicht mit. Alles klar?


Ich habe mich ertappt und zwar bei einer weitverbreiteten gesellschaftlichen Idee, nämlich dass so ein Körper, in dem Fall ja meiner, nur der Träger eines, also meines Kopfes ist und ich im Umkehrschluss halt nur mein Kopf bin. Dödö! Und der könnte wenn Du so weiter… Aus diesem Denken entspringen wohl auch die Gedanken, dass ich es mir erlaube eine Pause zu machen oder mir gestatte krank zu sein. Danke Kopf! Wie nett von Dir, dem Körper eine Pause zu gestatten! Solche Gedanke haben mir übrigens jahrelang nicht wirklich geholfen und mich nicht glücklicher gemacht.


Unsere Körper sind nämlich nicht nur zum verdauen da oder um den Kopf zu tragen. Wir sind, weil wir uns in dieser Welt verkörpert haben. Wir treten über unseren Körper in Verbindung mit der Welt. Unser Körper erdet uns und macht uns sichtbar für Andere. Das ist der schöne Teil. Wenn ich dann jedoch krank bin, möchte ich nicht so gerne in meinem Körper sein, denn es fühlt sich nicht gut an in ihm. Verständlich! Das macht es jedoch schwerer Workshops ohne schlechtes Gewissen und Kopfwahnsinn abzusagen und ihn, den Körper und damit mich wahrzunehmen, zu pflegen und so liebevoll zu behandeln, wie es nötig ist, damit ich gesund werden kann. Stichwort: Selbstmitgefühl und wie in guten so in schlechten Zeiten.


Ich habe es deshalb diesmal anders gemacht und zwar so: Ich habe mich geübt und zwar darin meine Begrenzungen zu akzeptieren (wenn ich krank bin, kann ich keine Workshops geben), meine plötzlich auftauchende Grenzen aufzulösen (vorzugsweise die zwischen meinem Kopf und meinem Körper, siehe oben) und auch krank mit mir und meinem Körper in Verbindung zu bleiben (mich zu fühlen, mein kranksein zu fühlen und aus dem Selbstmitgefühl heraus liebevoll zu pflegen und Pause zu machen).


Und wieder in Verbindung waren sie plötzlich weg, diese ganzen zermürbenden Kopfgedanken darüber, wie blöde mein Körper mir dazwischen grätscht und warum das immer so passiert.


Ich war einfach nur krank und damit beschäftig mir zu nehmen und zu geben, was es braucht, um gesund zu werden und das Ganze ohne Erlaubnis. Ups, denkst Du vielleicht? Die kommt ja von Hütchen auf Stöckchen und Grenzen und Verbindung scheinen ein wirklich weites Feld. Recht hast Du finde ich! Mit Beidem. Wollte ich aber trotzdem alles mal gesagt haben.



Bild: Mein Ausblick für ein paar Tagen. Meine wunderschöne, faire, recycelte Kuscheldecke von Andecua


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"Der Körper ist der Übersetzer der Seele ins Sichtbare" Christian Morgenstern