Über das Wetter (und das Leben)


Zurück nach meiner Pause von den sozialen Medien plagt mich vor allem eins: Worüber soll ich bloß schreiben? Und wenn Du nicht weißt, worüber Du sprechen kannst, liegt es recht nahe über das Wetter zu plaudern. Los geht es…

Es gibt gutes Wetter und schlechtes Wetter. Stürmisches Wetter und Sonnenwetter. Es kann regnerisch sein und im wahrsten Sinne des Wortes staubtrocken. Echt fies windig und gewittrig. Hagelig und nun gut, um es abzukürzen, gerade ist es zum Beispiel irgendwie alles und alle meckern irgendwie über das Wetter. Das Wetter kann einem also echt die Laune verderben und wir setzen uns sogar in ein Flugzeug um anderes Wetter zu erleben. Scheint also ein viel wichtigeres Thema zu sein als nur ein Small-Talk-Thema für den wenn-mir-sonst-nichts-einfällt-Moment.

Meine Tochter Mia hat mir mal gesagt, sie könnte voll uns ganz auf alle Monate außerhalb der Sommermonate verzichten, sie streichen, wegen des Wetters. Ich war irgendwie ganz betroffen, denn sie würde dann ja nur einen Teil des Lebens leben, eine recht kleinen. Sie würde nicht nur Frühling, Herbst und Winter sondern auch den frühen Frühling, den späten Frühling und den stürmischen und den goldenen Herbst, die frostigklaren Wintertage und die unendlich matschigen im November einfach verpassen. So viele Entdeckungen und so viele Erfahrungen, die es da zu machen gibt. Wir haben dann mal versucht zu rechnen, auf wieviele Jahre ihr Leben bei durchschnittlicher Lebenserwartung schrumpfen würde, wenn sie nur die Sommer leben würde. Jetzt war auch Mia betroffen.

Und deshalb: Ich liebe Wetter. Auch das im April. November ist echt krass so als Pferdemenschin aber es ist für mich halt wie eine Challenge oder meine tägliche Achtsamkeitspraxis. Meine Übung heißt: Nicht bewerten und voll leben. Präsent sein, auch im Regen, zu fühlen, dass jede Form des Wetters einfach eine andere Erfahrung bereit hält und ja, auch nasse Füße sind am Ende einfach nur eine Erfahrung. Mit diesem Blickwinkel wird aus dem ein oder anderem Ekelwetter eine zumindest interessante Erfahrung. Im August am Abend mit sonnenwarmer und staubiger Haut nach einem langen Tag nach Hause kommen, toll. Im Januar eiskalte Luft atmen und den Frost und die Stille, die Pause wahrnehmen die das Leben dabei macht, toll. Jetzt im April, der Duft des Wald im Regen, toll. Im November sacknass eine Karre Pferdeäppel übers Paddock schieben, eine interessante Erfahrung. Wie fühlt sich glitschig an? Wow, die Arme reißen. Tolle Erfahrung? Ok, ich übe halt auch noch.

Aber zurück zum April. Schaut Euch das Foto an, ich würde diesen Augenblick, dieses Licht und das Wetter gestern, nicht missen wollen. Gestern gab es Sonne, krasse Stürme (die Spatzen flogen waagerecht als kleine Federbündel über den Ponyhof), Gewitter und in Sekunden nass machenden Regen. Es war wirklich toll, es gab richtig viel wahrzunehmen und zu erleben.

So verabschiede ich mich ins Wochenende und stelle mich meiner persönlichen Achtsamkeits-Challenge, denn mein Workshop für „Achtsame Mensch-Pferd-Kommunikation“ für Teenies findet bei „tollstem“ Aprilwetter statt. Es wird wohl nicht leicht das Wetter nicht prinzipiell als schlecht zu bewerten und sich schlecht zu fühlen. Ich bin gespannt darauf, wie wir diese, für unsere Achtsamkeit bestimmt herausfordernde Wetterlage meistern. ;.)

In diesem Sinne: Habt alle ein wunderbares Wochenende, lebt das Wetter und damit auch das Leben (in allen seinen Facetten).




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